Versammlung im Zeichen der Zukunft

Versammlung im Zeichen der Zukunft
GV auto-schweiz, Auto-Ausstellung alternative Antriebe. Quelle: auto-schweiz / auto-suisse/Patrick Hofmann, patfoto.ch

Alternative Antriebe, Mobilitäts-Studie, Vorstandsmutationen: So lauten die bestimmenden Themen der Generalversammlung von auto-schweiz, die gestern Mittwoch mit zahlreichen Mitgliedern und Gästen im Riverside Glattfelden stattgefunden hat. Dabei zeigten über ein Dutzend Marken aktuelle Modelle mit diversen alternativen Antriebssystemen und betonten damit das «10/20»-Ziel von auto-schweiz. Demnach soll allein mit Elektroautos und Plug-in-Hybriden ein Anteil von 10 Prozent am Markt für neue Personenwagen im Jahr 2020 erreicht werden, vier Mal mehr als 2017. Benoît Revaz, Direktor des Bundesamtes für Energie BFE, bot in einem Gastreferat seine Unterstützung bei diesem ambitionierten Vorhaben an. Dass auch Autofahrerinnen und -käufer sich immer mehr mit alternativen Antrieben beschäftigen, bestätigte Urs Bieri, Co-Leiter von gfs.bern, in seiner Präsentation zur Studie «Mobilitätsmonitor 2018». Donato Bochicchio (Ford) ist neu im Vorstand von auto-schweiz, Philipp Rhomberg (Emil Frey Gruppe) wurde zum Vizepräsidenten gewählt.

«Die Schweizer Automobilbranche steht zu den Zielen aus der Energiestrategie 2050 – auch wenn die Vorgaben alles andere als leicht zu erreichen sind», hielt auto-schweiz-Präsident François Launaz in seiner Rede fest. Nur mit einem hohen Anteil an alternativen Antrieben – von rein elektrischen Fahrzeugen über Hybride bis hin zu Gas- und Wasserstoff-Autos – sei es möglich, die strengen CO2-Vorgaben ab 2020 zu erfüllen. Deshalb habe auto-schweiz das «10/20»-Ziel ausgerufen und sei fest gewillt, im Jahr 2020 einen zweistelligen Prozentsatz beim Marktanteil von Elektroautos und Plug-in-Hybriden zu schaffen. «Helfen Sie uns dabei, Monsieur Revaz, indem Sie zum Beispiel den Aufbau von Ladeinfrastruktur vereinfachen oder die Energieetikette stärker auf das CO2-Thema ausrichten», rief François Launaz dem anwesenden BFE-Direktor zu.

Benoît Revaz wiederum bot in seinem Gastreferat Unterstützung an: «Das Bundesamt für Energie sieht in der Automobilbranche einen wichtigen Partner. Wir werden gemeinsam an konstruktiven Lösungen arbeiten und diese auch finden, um die Ziele zur CO2-Senkung im Mobilitätssektor zu erreichen.» Mit der Ausstellung zahlreicher Modelle mit alternativen Antrieben zeigten die Importeure an Ort und Stelle der GV, wie vielfältig und attraktiv die Auswahl an umweltfreundlichen Fahrzeugen bereits heute sei. Sollten darüber hinaus die Hersteller ihre angekündigte Modelloffensive umsetzen, sei das «10/20»-Ziel durchaus erreichbar, so Benoît Revaz weiter.

Alternative Antriebe waren auch ein wichtiger Bestandteil des «Mobilitätsmonitors 2018», dessen Ergebnisse der Co-Leiter des Meinungsforschungsinstituts gfs.bern, Urs Bieri, anschliessend vorstellte. Die Studie wird seit 2005 regelmässig von auto-schweiz in Auftrag gegeben, um die Einstellung der Schweizer Bevölkerung zu den Themen Automobil und motorisierter Individualverkehr zu messen. «72 Prozent der Befragten können sich vorstellen, ein Auto mit alternativem Antriebssystem zu kaufen», so Bieri in seiner Präsentation. Dies sei ein Höchstwert seit der erstmaligen Befragung vor 13 Jahren. «Gleichzeitig sehen aber auch drei Vierteln der Studienteilnehmenden Stau als Problem an.» Dies sei ebenfalls ein Rekordwert, hielt Bieri fest.

Während des offiziellen Teils der Generalversammlung hatten Wahlen auf der Traktandenliste gestanden. Wie Präsident François Launaz den anwesenden Mitgliedern dabei mitteilte, hatte Vorstandsmitglied und Vizepräsident Kurt Egloff zuvor schriftlich seinen freiwilligen Rücktritt aus dem Gremium auf die GV hin erklärt. Auf Vorschlag des Vorstands wurde Donato Bochicchio, Generaldirektor der Ford Motor Company Switzerland, für drei Jahre neu in die fünfköpfige Verbandsleitung gewählt. Donato Bochicchio bringt langjährige Erfahrung in der Schweizer Automobilbranche für die Aufgabe mit, sowohl im Personenwagen- als auch im Nutzfahrzeugbereich. Ebenfalls für drei Jahre im Amt bestätigt und gleichzeitig neu zum Vizepräsidenten gewählt wurde Philipp Rhomberg, Geschäftsleitungsmitglied der Emil Frey Gruppe. Gemeinsam mit Morten Hannesbo, CEO der Amag Group AG und ebenfalls Vizepräsident, Marc Langenbrinck, CEO der Mercedes-Benz Schweiz AG, und Präsident François Launaz bilden sie ab nun den fünfköpfigen Vorstand von auto-schweiz.

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