Unfallwagen erkennen

Unfallwagen erkennen
Unfallwagen erkennen fotolia©vulcanus

Winsen (Luhe), den 05.10.2017: Nicht jeder leistet sich oder least einen Neuwagen. Gebrauchte Fahrzeuge sind das Mittel der Wahl. Natürlich möchte man nicht die Katze im Sack kaufen und nach Möglichkeit auch vom neuen „Alten“ lange etwas haben. Da wäre es schön, wenn man vom Vorbesitzer auch wahrheitsgemäß über den aktuellen Zustand informiert würde.

Nicht jeder gibt da umfänglich und korrekt Auskunft. Abgesehen von Spielereien am Tachostand wird auch gern ein bisschen gemogelt, wenn es um die Frage geht, ob der zu kaufende Wagen bereits in einen Unfall verwickelt war. Mit ein bisschen Erfahrung und ein paar Tipps kann man erkennen, ob der Verhandlungspartner die Wahrheit sagt. Etwas Zeit in eine gründliche Inspektion zu legen, rentiert sich also durchaus. Schließlich geht es auch bei einem älteren Fahrzeug noch um eine Menge Geld. Außerdem erfüllt das Verschweigen eines Unfallschadens den Tatbestand des Betrugs.

Reparaturen, und zwar solche, die nicht elektronischer Art oder auf normale Verschließerscheinungen zurückzuführen sind, hinterlassen immer Spuren. Man muss sie nur finden. Wichtig ist in jedem Fall, dass man das Fahrzeug in sauberem Zustand begutachten kann. Schmutz kaschiert gerade Lackunterschiede hervorragend. Eine Taschenlampe gehört zu den Dingen, die man dabei haben sollte. Auch die beginnende Abenddämmerung oder -die Tage werden kürzer- Dunkelheit sind keine guten Begleiter beim Gebrauchtwagenkauf.

Am einfachsten ist ein möglicher Schaden wohl am Lack zu erkennen. Hat es einen kleinen Unfall gegeben, ist es unwahrscheinlich, dass außer den beschädigten Teilen andere Karosseriekomponenten ebenfalls neu lackiert oder ausgetauscht wurden. Der erste Blick gilt also der Einheitlichkeit des Lacks. Kann man schon mit bloßem Auge Unterschiede im Glanzgrad der Lackierung feststellen, ist anzunehmen, dass etwas nicht stimmt. Mattstellen und eventuelle Sprühnebelreste sind ebenfalls ein Indikator für Nachbesserungen. Am einfachsten ist der Nachweis einer Teil-Neulackierung mit einem sogenannten Schichtdicke-Messgerät. Dieses weist zusätzliche Lackaufträge und Spachtelschichten nach. Außerdem sollte man nach eventuellen Kleberesten von Abdecktapes suchen. Diese finden sich gern an der Innenseite von Hauben, Klappen oder an der Türunterseite.

Ein guter Indikator sind uneinheitliche Abstände zwischen einzelnen Karosserieteilen. Wurde nachträglich eine neue Tür, Kofferraumklappe oder z.B. Kotflügel eingebaut, kann man dies an ungleichen Spaltmaßen erkennen. Gerissene Schweißnähte sind ebenfalls typische Unfallfolgen. Finden sich eventuelle Talkumreste in Teppichböden, Polstern oder Ritzen? Dann ist dies ein Hinweis auf einen bereits ausgelösten Airbag.

Aufschluss geben kann das Reifenprofil. Gibt es keine schlüssige Erklärung für einen eindeutig neueren Reifen im Vergleich zu den anderen dreien? Auch der Reifenverschleiß auf nur einer Fahrzeugseite kann zumindest auf einen falschen Radstand und somit beschädigte Radführung hindeuten.

Natürlich sollte man in keinem Fall auf eine Probefahrt verzichten. Bleibt das Fahrzeug einheitlich in der Spur? Gibt es keine merkwürdigen Geräusche? Schiefstehende Lenkradspeichen können ebenfalls auf eine verzogene Karosserie hindeuten.

Man sollte sich also die nötige Zeit für einen sehr gründlichen Check des Wagens nehmen. Außerdem ist ein Kaufvertrag hilfreich, in dem der Verkäufer bestätigt, dass es mit dem Fahrzeug keinen Unfall gab. So erhöht man seine Chancen auf einen möglichen Schadensersatz, wenn sich dann doch das Gegenteil herausstellen sollte.

by www.unfall-neubauer.de

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