Nachfrage nach Autos mit alternativen Antriebsarten steigt

Dass deutsche Autofahrer Mercedes, BMW und VW immer noch treu bleiben zeigen die Neuzulassung „ihrer“ Marken. Nachdem der Absatz an Mercedes-Fahrzeugen im Juni (im Vergleich zum Vormonat) „nur“ +6,6 Prozent betrug, stieg er im Juli bereits wieder um +18,1 Prozent. Bei VW folgte nach einem Rückgang im Juni von -3,8% wieder ein starker Absatz von +17,5 Prozent zum Vormonat.

Die Auswertung der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes des Juli 2017 zeigt den Beginn eines Trendwechsels

Im Juni 2017 ging der Anteil der dieselbetriebenen Fahrzeuge um 6,7 Prozent und im Juli nochmals um 12,7 Prozent zurück. Diese hatten im Juli trotzdem noch einen Anteil von 40,5 Prozent am Fahrzeugbestand. Da die Anzahl von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten in Relation zum Gesamtbestand immer noch bescheiden ist, zeigen sich – bezogen auf kleine Basiswerte – grosse Wachstumszahlen. So betrug der Zuwachs an Hybridantrieben von 103,7 Prozent (im Monatsvergleich) „nur“ 7.383 Fahrzeuge oder das Plus von 131,8 Prozent bei Fahrzeugen mit Elektro-Antrieb „nur“ 1.820 PKWs. Bei den Neuzulassungen von insgesamt 332.549 Kraftfahrzeugen sind somit nur 2,2 Prozent mit Hybridantrieb und 0,6 Prozent mit Elektroantrieb dazu gekommen.

Tesla avanciert zum Liebling bei Elektroautos

Nachfrage nach Elektroautos favorsiert Tesla Fahrzeuge trotz hohem Preis und begrenzter Reichweite. Bereits im Juni wiesen Tesla-PKWs mit +143,6 Prozent das grösste Wachstum an importierten Fahrzeugen auf. Im Juli wuchsen die Importe wiederum um 102,2 Prozent (im Vergleich zu den Vormonaten). Eigentlich erstaunlich, denn Tesla Autos gehören nach Einschätzung des Kraftfahrzeug-Bundesamtes zur „Oberklasse“. Die Neupreise der Fahrzeuge liegen zwischen EUR 60.000,00 und EUR 160.000.

Tesla-Fahrzeuge mit ihren elektrischen Antrieb fallen auf grosses Interesse und steigenden Absatz in Deutschland. So kann mit dem Modell S je bei optimalster Akku-Ausstattung, 19 (oder 21 Zoll-) Rädern, einer Aussentemperatur von 20 Grad C und durchschnittlichen Geschwindigkeit von 70 km/h rund 819 km (Tesla Modell P100D) gefahren werden. Unter gleichen Bedingungen hat das Telsa-Einsteiger „Modell 75“ eine Reichweite von 649 km. Bei schlechtesten Bedingungen: Durchschnitts-Geschwindigkeit von 120 km/h, Aussentemperatur -10 Grad C, eingeschalteter Heizung und 21 Zoll Felgen, nur eine Reichweite von 286 km (Tesla 75), bzw. 360 km (Tesla P100D).

Es ist geplant, dass die günstigere Version (Modell 3) mit minimaler Ausstattung und entsprechend kleiner Reichweite im Herbst /Winter 2017 in Deutschland auf den Markt kommen wird. Preisschätzungen für dieses Modell liegen zwischen EUR 35.000,00 und EUR 40.000,00.

Text und Bild: Radovan Milanovic

Sh. auch die Artikel über die Energiequelle von Elektrofahrzeugen

Teil 1: Lithium avanciert zum Liebling der Investoren
Teil 2: Lithium – selten und teuer in einem abgeschotteten Markt
Teil 3: Lithium – die grossen Produzenten und Ihre Strategien
Teil 4: Lithium – Ionen Batterie Hersteller vor grossen Herausforderungen

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Pressemitteilung des Kraftfahrt-Bundesamts, Flensburg

Fahrzeugzulassungen im Juli 2017

283.080 Personenkraftwagen (Pkw) wurden im Juli 2017 neu in den Verkehr gebracht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigte sich somit ein Plus von +1,5 Prozent. Die bisherige Jahresbilanz weist einen Zuwachs von +2,9 Prozent aus.
Der Anteil der gewerblichen Zulassungen (64,2 %) stieg gegenüber dem Vergleichsmonat um +1,3 Prozent, die der Privaten (35,8 %) um +1,9 Prozent.

Bei den deutschen Marken wies Mercedes mit einem Plus von +18,1 Prozent den stärksten Zuwachs zum Vorjahresmonat aus, gefolgt von Smart (+18,0 %) und BMW (+7,3 %). Mit 17,5 Prozent (-13,2 %) hielt VW trotz Zulassungsrückgängen erneut den größten Anteil der Neuzulassungen.

Bei den Import-Marken sorgten Tesla (+102,2 %), Alfa Romeo (+76,4 %) sowie Mitsubishi (+54,2 %) für die höchsten Zulassungssteigerungen in der Monatsbilanz. Skoda war trotz eines Rückgangs von -0,8 Prozent mit 4,9 Prozent die anteilsstärkste Importmarke.

Benziner bildeten mit einem Anteil von 56,0 Prozent (+11,2 %) die häufigste Kraftstoffart, gefolgt von Dieselaggregaten, die mit einem Anteil von 40,5 Prozent um -12,7 Prozent zurückgingen. Die alternativen Antriebe zeigten auch im Juli 2017 eine positive Entwicklung. Fahrzeuge mit Hybridantrieb (7.383) legten um +103,7 Prozent zu, darunter Plug-in-Hybride (2.417) gar um +137,9 Prozent. Elektrisch betriebene Pkw (1.820) wiesen ein Plus von +131,8 Prozent auf. Ein Anteil von jeweils 0,1 Prozent entfiel auf Flüssiggas- (369/+28,6 %) und Erdgasfahrzeuge (265/+20,5 %).

Die durchschnittliche CO2-Emission stieg um +0,4 Prozent auf 128,4 g/km.

Die stärksten Zuwächse bei den Neuzulassungen konnten die Obere Mittelklasse (+39,0 %) und die SUVs (+23,7 %) im Segmentebereich aufweisen. Bei den Wohnmobilen (+16,2 %), den Utilities (+9,4 %) und der Oberklasse (+6,0 %) war ebenfalls ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat zu beobachten. Alle anderen Segmente verzeichneten einen Rückgang, wobei dieser im Segment der Geländewagen mit -9,6 Prozent am deutlichsten ausfiel.

Am Nutzfahrzeugmarkt verzeichneten die Lastkraftwagen ein Plus von +5,1 Prozent, gefolgt von den Zugmaschinen insgesamt mit einem Plus von +4,1 Prozent. Bei alle weiteren Fahrzeugklassen war ein Rückgang zu verzeichnen, wobei dieser bei den Kraftomnibussen (-4,3 %) am deutlichsten ausfiel. 15.762 fabrikneue Krafträder und damit -2,8 Prozent weniger als im Vergleichsmonat kamen im Juli 2017 zur Zulassung.

Insgesamt wurden im Juli 2017 332.549 Kraftfahrzeuge (Kfz) und 28.396 Kfz-Anhänger neu zugelassen. Mit 710.293 Kfz-Halterwechseln lagen die Besitzumschreibungen im Juli über dem Niveau des Vorjahresmonats (+1,5 %). Darunter waren 617.209 Pkw und damit +1,2 Prozent mehr als im Juli 2016.

Ansprechpartnerin:
Frau Diana Christin Thomsen, Telefon: +49 461 316-1283

Kraftfahrt-Bundesamt
Fördestraße 16
24944 Flensburg
Telefon: +49 461 316-0
Telefax: +49 461 316-1495 oder -1650

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