Diesel, beliebt bei deutschen Autofahrern – gehasst von Politikern

Die Verkaufszahlen bestätigen die ursprüngliche Beliebtheit der Autofahrer nach einem Diesel. In 2015 vermeldete die Autoindustrie in Deutschland einen Rekordabsatz an Dieselfahrzeugen von 1.538.451 Einheiten. Über 50 Prozent aller deutscher Autofahrer fuhren einen Diesel, bevor sich 2016 die Stimmung radikal änderte. Seither brach der Absatz ein. Neusten Meldungen zufolge soll der Anteil an Dieselfahrzeugen nur noch knapp über 40 Prozent betragen.

Ganz anders in der Schweiz: Da ein Liter Diesel teurer als Benzin ist, waren Dieselfahrzeuge nicht so beliebt wie in Deutschland. Doch schlussendlich überzeugten auch die Betriebskosten eines Autos: Der Anteil an Dieselfahrzeugen stieg in 2016 – im Gegensatz zu Deutschland – von 37,9 (2015) auf 39,3 Prozent.

Österreich wies im vergangenen Jahr mit 311 Fahrzeugen die dritthöchste Dieseldichte pro 1.000 Einwohner auf. In der Alpenrepublik fahren 2,8 Mio. Diesel-PKWs. Ihr Anteil bei den Oberklasse-Autos betrug gar 91 Prozent. Kein Wunder, denn auch in Österreich kostet der Liter Diesel an der Tanke weit weniger als ein Liter Normalbenzin.

Die meisten Autofahrer setzen auf die Vorteile der Dieselfahrzeuge

Dieselfahrern sind von den Vorteilen ihrer Fahrzeuge überzeugt. Sie bringen gleich mehrere Argumente in die Diskussion, bei denen die Benziner nicht mithalten können: Primär wird Sparsamkeit der Fahrzeuge, die leistungsfähigeren Motoren mit ihrem höheren Wirkungsgrad, der  günstige Preis des Diesels an der Tankstelle sowie die grosse Reichweite einer Tankfüllung ins Feld geführt. Denn gilt für den Dieseltreibstoff eine tiefere Mineralölsteuer als beim Benzin.

Autoliebhaber schwärmen geradezu von turbogeladenen Dieselmotoren mit ihren dynamischen Fahreigenschaften. Die Industrie erkannte Bedürfnisse der kaufkraftkräftigen Käuferschicht. Mit immer neuen Raffinessen passte man sich an. Nun, da „Game over“ angesagt ist, sorgen sich viele Diesel-PKW Besitzer um den Restwert ihrer Fahrzeuge.

Da die eFahrzeuge immer noch eine begrenzte Reichweite aufweisen und relativ teuer sind, dürfte sich der eine oder andere Dieselfahrer nach einem Benziner umsehen.

Vorteile der Benziner

Die Anschaffung eines Benziners  ist günstiger als ein Diesel-PKW. Diese verbrauchen jedoch weniger Kraftstoff. Bei einer Fahrleistung von 15.000 km pro Jahr kompensieren sich die höheren Kosten für die Amortisation eines Diesel PKWs vs. die Kraftstoffmehrkosten beim Benziner. Die neue Technologie bei der Einspritzung von Benzinmotoren sorgten dafür, dass Benziner immer weniger Kraftstoff verbrauchen.

Text und Bild: Radovan Milanovic

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